Wirbel um Opel-Geheimplan

Es werde bereits seit Wochen untersucht, ob die für das Werk Bochum überlebenswichtige Produktion des neuen Astra-Modells auch im Stammwerk Rüsselsheim möglich ist, berichtet Betriebsratschef Einenkel

Bochum. Klaus Franz ist nicht nur einer der erfahrensten, sondern auch einer der einflussreichsten Arbeitnehmervertreter des Landes. Vorsitzender des Opel-Gesamtbetriebsrats, Vize-Aufsichtsratschef, wichtigster Arbeitnehmervertreter im Stammwerk Rüsselsheim und Vorsitzender der europäischen Mitarbeitervertretung des Autokonzerns - all dies ist Franz in Personalunion. Wenn es um die Zukunft der zahlreichen Opel-Werke in ganz Europa geht, ist der Mann, der sich als "Manager von unten" versteht, eine Schlüsselfigur.

Den Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel hält dies nicht von einem scharfen Konfliktkurs zum obersten Opelaner ab. Die Attacken gipfeln in dem Vorwurf gegen Franz: "Wir haben fast den Eindruck, als ob du dich mit aller Gewalt gegen Bochum stellen willst."

Die Lage ist ohnehin brisant, denn in Europa hoffen gleich mehrere Werke auf die existenziell wichtige Vergabe der Produktion des Mittelklassemodells Astra ab dem Jahr 2010. Ohne einen Zuschlag droht dem Bochumer Werk das Aus. "Es geht ums Überleben", hatte Einenkel mehrfach betont. Bislang sind Standorte aus Polen, Schweden, Großbritannien, Belgien - und eben Bochum im Rennen.

Doch auch im Stammwerk Rüsselsheim gehen Sorgen um. Einer Studie von Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer zufolge ist Rüsselsheim dramatisch schlecht ausgelastet. Ganz offensichtlich tobt ein Verteilungskampf der Werke.

In dem Schreiben vom 24. November, das der WAZ vorliegt, berichtet Einenkel: In einem "Geheimprojekt" werde in Rüsselsheim "bereits seit Wochen" mit Wissen von Klaus Franz untersucht, "ob der neue Astra auch in Rüsselsheim gebaut werden kann und damit als weiteres Werk in den Standortwettbewerb geschickt werden kann".

Dann attackiert Einenkel den Gesamtbetriebsratschef mit den Worten: "Damit hast du dem Opelvorstand die Möglichkeit geboten, auch das Werk Eisenach als mögliches siebtes Astra-Werk ins Gespräch zu bringen." Einenkel wirft dem Gesamtbetriebsratschef zudem vor, er habe "Unterstellungen und Fehlinformationen" über das Werk Bochum verbreitet.

Am 26. November antwortet Franz, der Brief habe "den Charakter eines Flugblatts, in dem du Dinge behauptest, die schlichtweg falsch sind."

Auf Anfrage bezeichnete Franz das Wortgefecht am Donnerstag als "interne Angelegenheit unter Betriebsräten". Er wolle das Thema nicht "in der Öffentlichkeit breittreten". Auch Einenkel wollte sich nicht äußern.

Allerdings gibt es einen weiteren Brief vom 3. Dezember, in dem sich Einenkel an IG Metall-Chef Jürgen Peters wendet. In dem Schreiben beklagt er sich über "ein inszeniertes Schauspiel gegen den Bochumer Standort". Vorwürfe, das Revierwerk verhandele "lokal" und nicht abgestimmt über die Vergabe der künftigen Produktion, weist Einenkel darin zurück. "Nicht die Bochumer verletzten die europäische Solidarität, sondern sie wird durch derartige Vorwürfe verletzt", schreibt er.

Deutlicher noch wird Einenkel in dem Brief an Franz: Dieser habe den "Vorwurf erhoben, Bochum verstoße gegen europäische Absprachen, verschaffe sich Vorteile bei der Bewerbung um den neuen Astra und würde Alleingänge machen". Einenkel betont: "Bis heute haben wir Bochumer uns niemals gegen andere Werke missbrauchen lassen."

Franz wiederum widerspricht Einenkel vehement: "Du argumentierst mit Vermutungen und Unterstellungen."

14.12.2006 Von Ulf Meinke/WAZ



Wirbel um Opel-Stammwerk

Der Standort ist einer Studie zufolge dramatisch schlecht ausgelastet. Autoexperte Dudenhöffer sieht die Modelle Vectra und Signum als Ladenhüter. Die Probleme könnten auch auf das Werk in Bochum ausstrahlen.


Frankfurt. Obwohl General Motors ausdrücklich die Fortschritte in Europa und damit vor allem bei Opel lobt, schrillen vor allem im Stammwerk in Rüsselsheim wieder die Alarmglocken. Grund: Die dort produzierten Mittelklasse-Modelle Vectra und Signum entwickeln sich zu Ladenhütern, gefährden die Auslastung des Werkes und könnten mittel- und langfristig die Astra-Fertigung in anderen Opel-Fabriken in Mitleidenschaft ziehen, schreibt der Gelsenkirchener Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer in einer neuen Studie.

Damit bestätigt er die Kritik von Betriebsratschef Klaus Franz, der der GM- und Opel-Führung mangelnde Marketing-Anstrengungen für Signum und Vectra vorhält. Dadurch werde die Beschäftigungslage in Rüsselsheim nur eineinhalb Jahre nach der Restrukturierung immer dramatischer. Rein rechnerisch, heißt es, gebe es dort 600 bis 800 Mitarbeiter zuviel. Opel-Sprecher Andreas Krömer kritisiert die Studie, die in vielen Punkten nicht nachvollziehbar sei.

Nach Berechnungen von Dudenhöffer wird Opel 2006 in Deutschland nur 34 100 Vectra- und Signum-Modelle verkaufen, so wenig wie nie zuvor. Auch in Westeuropa gehe es bergab: Wurden 1999 noch 288 000 Fahrzeuge dieser Modellreihen abgesetzt, werden es in diesem Jahr nur noch 131 000 und 2007 sogar nur 117 000 sein.

Vor allem der Verkauf an Privatkunden liege nahezu am Boden: Gerade mal 5111 Vectra und Signum hätten von Januar bis September in Deutschland einen privaten Käufer gefunden. Gleichzeitig sinke der Wiederverkaufswert rapide. "Das ist ein Teufelskreis für Opel", warnt Dudenhöffer. Allerdings ist der Anteil von gewerblichen Käufern etwa beim VW Passat ähnlich hoch. "Für uns ist eine solche Quote ein Erfolgssignal", sagt Opel-Sprecher Krömer.

Dudenhöffer hat wenig Hoffnung, dass sich die Lage durch den neuen Vectra ab 2007 verbessert. Sein Biedermann-Image habe das Auto immer noch nicht abgelegt. Die Gefahr drohe, dass der Verkauf des neuen Vectra noch schlechter laufe. Auch Betriebsratschef Franz ist skeptisch. "GM und Opel dürfen dem Sterben der eigenen Mittelklasse nicht länger tatenlos zusehen." Der Signum, so Dudenhöffer, sei wegen der geringen Verkäufe unwirtschaftlich und werde wohl keinen Nachfolger haben.

Die Folgen für das erst 2002 für 750 Millionen Euro zur weltweit angeblich modernsten Automobilfabrik der Welt ausgebauten Stammwerk in Rüsselsheim könnten dramatisch sein. Dort werden Vectra und Signum gefertigt. Eigentlich könnten in Rüsselsheim 270 000 Autos im Jahr vom Band laufen. Durch die Restrukturierung Anfang 2005 wurde die Höchstauslastung nach Angaben von Opel schon auf 180 000 Autos gedrosselt. Derzeit, so berichtet Betriebsrat Franz, liege die Auslastung aber nur bei knapp 70 Prozent. 2005 wurden in Rüsselsheim 161 300 Autos gebaut, in diesem Jahr sollen es laut Krömer 142 000 sein. 2007 wird die Auslastung, so Dudenhöffer, auf 50 Prozent sinken. "Damit fallen erhebliche Verluste an."

Langfristig könne das Werk nur durch die Produktion von anderen Modellen gesichert werden. "GM muss über seine Kapazitäts- und Werksplanung in Europa neu nachdenken." Damit stellt sich, so Dudenhöffer, die Frage, ob Teile der Astra-Fertigung aus anderen Werken nach Rüsselsheim verlagert werden müssen. Das könnte die Standorte Antwerpen und Bochum treffen, mit womöglich gravierenden Folgen für die Beschäftigten.

WAZ-Online

01.11.2006 Von Rolf Obertreis



Betriebsräte machen auf GM-Familie. Infostand an Tor 4 erinnerte an Oktober 2004. Im Versammlungsraum der IG Metall grübelten die Betriebsräte über die Zukunft ihrer Autowerke.

Betriebsräte machen auf GM-Familie

Betriebsratsvorsitzende von fünf europäischen Autowerken berieten in Bochum die Zukunft

Im "Jahrhunderthaus" der IG Metall an der Alleestraße 80 konnte man am Dienstag einen europäischen Schulterschluss der Metaller erleben: Die Betriebsratschefs der fünf GM-Autowerke aus Bochum, Antwerpen, Ellesmere Port (England), Glywice (Polen) und Trollhättan (Schweden) bekräftigten mit Hilfe eines Dolmetschers, betriebsbedingte Kündigungen oder die Schließung eines der Werke gemeinsam zu verhindern.

Die angespannten Mienen im Versammlungsraum spiegelten den Ernst der Lage wider. Erst am Sonntag hatten die Betriebsräte ein Ultimatum verstreichen lassen: Bis zum 31. Oktober sollte sich jedes der fünf Werke um den Zuschlag der nächsten Astra-Produktion ab 2010 bewerben.

Doch die Betriebräte waren hart geblieben: Nicht eine einzige Werksbewerbung liegt dem Management von General Motors (GM) zur Stunde vor. "Wir werden uns nicht gegeneinander ausspielen lassen," beschrieb Rainer Einenkel, Betriebsratsvorsitzender der Bochumer Opelwerke, die Marschrichtung. Dabei hatten die GM-Manager in den letzten Wochen fast täglich in den Werken angemahnt: "Wollt ihr euch nicht mal bewerben?"

Am Montag danach, als die Frist verstrichen war, kamen die verantwortlichen Betriebsräte aus Europa zu einer Konferenz nach Bochum, um sich drei Tage lang auszutauschen und das weitere Vorgehen zu beraten.

Es steht viel auf dem Spiel: Der Zuschlag für den nächsten Astra gilt als Standort-Garantie für weitere Jahre ab 2010. Auch Bochum und vor allem die über 7000 hiesigen Opelwerker hoffen auf den Anschlussauftrag. Doch wer leer ausgeht, ist übel dran. Dann könnten ein oder zwei der fünf Werke sogar geschlossen werden, fürchten die Betriebsräte.

Erst vor drei Wochen hatte Carl Peter Forster, Präsident von GM Europa, das Bochumer Werk gelobt. "Bochum hat in den letzten beiden Jahren große Fortschritte bei der Wettbewerbsfähigkeit gemacht," wiederholt Opel-Sprecher Andreas Kroemer. Doch auf die Frage, ob Bochum den nächsten Astra bauen wird, entgegnet er nur: "Es wird eine Entscheidung im Verlauf des Jahres 2007 geben."

Vor genau zwei Jahren hatten die Bochumer Opel-Mitarbeiter sieben Tage lang die Arbeit niedergelegt, um u.a. eine drohende Werksschließung zu verhindern. Das gelang, aber dafür wurden 3000 der 10 000 Arbeitsplätze per Abfindung abgebaut. Daran erinnerte am Dienstag eine kleine Kundgebung vor Tor 4. "Die Zeit des Verzichts muss jetzt vorbei sein," rief Vertrauensmann Klaus Leymann dort aus. Nur wenige hörten zu.

"Wollt ihr euch nicht mal bewerben?"

17.10.2006 Von Rolf Hartmann Kommentar 2. LokalseiteFoto: WAZ, OttoFoto, WAZ: Ingo Otto



"Auch heute stehen wir vor einer ähnlichen Entscheidung wie vor zwei Jahren"

Zwei Jahre nach dem siebentägigen Streik im Oktober 2004 versammelten sich Opelaner am Bochumer Werk I zum Schichtwechsel mittags zu einer Protestaktion. Im Mittelpunkt stand dabei der Protest gegen die Versuche des Mutterkonzerns General Motors, die europäischen Werke gegeneinander auszuspielen. Belegschaften sollen sich "bewerben" (mit flexibelsten Arbeitszeiten, Auslagerung von Produktion, niedrigen Löhnen usw.) für das Nachfolgermodell des Astra. Weil die Belegschaften sich nicht gegeneinander ausspielen lassen wollen, musste GM die Bewerbungsfrist bereits um sechs Wochen verlängern.

Ein wichtiges Argument für die Protestaktion lieferte auch der Bochumer Werksdirektor Fechtner, der vor zwei Wochen erklärt hatte, selbst wenn in Bochum der Astra-Nachfolger produziert würde, solle die Belegschaft von derzeit über 7.000 auf 3.000 "verringert" werden. Betriebsrätin Annegret Gärtner-Leymann betonte, dass die Belegschaft wie vor zwei Jahren sich entscheiden müsse, zu "verzichten" oder GM empfindlich zu treffen. Die Belegschaft sei inzwischen zwar kleiner geworden, könne aber dennoch die gesamte Produktion lahm legen. Entscheidend sei vor allem auch der gemeinsame Kampf mit den Belegschaften der anderen Werke.

Eine Gruppe von Kollegen und immer wieder auch einzelne Kollegen blieben eine Weile am Tisch bei Kaffee und Keksen stehen und diskutierten untereinander. Kurzreden wurden über Lautsprecher an die herein- oder herauskommenden Kollegen gehalten. Dabei auch mehrere ehemalige Opelaner, ein Vertreter der MLPD und der Bochumer Montagsdemo sowie die Lokalpresse. Im Betrieb wurde über die Aktion heiß diskutiert. Viele Kollegen hörten aufmerksam zu. Dass nicht viel mehr stehen blieben, lag sicher auch daran, dass der Werksschutz die Aktion demonstrativ fotografierte.

Kollegen luden ein zu den Montagsdemonstrationen, zu den Gerichtsterminen gegen die Kündigung des Betriebsratsmitgliedes Turhan Ersin wegen dem Streik 2004 sowie gegen die Nichtübernahme der Azubi-Vertreterin Lisa Gärtner. Und nicht zuletzt zu den DGB-Protestaktionen am kommenden Samstag. Zur Auseinandersetzung in der Belegschaft, dass am Weg des siebentägigen Opel-Streiks 2004 angeknüpft und dieser fortgeführt werden muss, hat die heutige Aktion sicher einen guten Beitrag geleistet.
http://www.rf-news.de v. 17.10.2006



Rainer Einenkel Betriebsrats-Chef von Opel Bochum.

Sozialer Sprengstoff

Anfang nächster Woche treffen sich die europäischen Opel-Betriebsräte erstmals in Bochum, um über die Zukunft von fünf gefährdeten Auto-Werken zu beraten. Betriebsrat Einenkel sorgt sich um 30 000 Arbeitsplätze im Revier.

Bochum. Es geht auch ums Überleben des Opel-Werks in Bochum, wenn sich am kommenden Montag die Betriebsräte aus Polen, Schweden, Großbritannien, Belgien und Deutschland in Klausur begeben. Die Opelaner sprechen englisch, für brenzlige Situationen reisen Dolmetscher an - Gewerkschaftsarbeit in Zeiten der Globalisierung eben. Ohne Verständigung, so glauben die Arbeitnehmer, seien die Interessen der Beschäftigten in Gefahr. "Wir wollen verhindern", sagt der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel, "dass wir gegeneinander ausgespielt werden."

Schließlich droht mindestens einem der europäischen Opel-Werke das Aus. Das wissen die Betriebsräte aus Gliwice, Trollhättan, Ellesmere Port, Antwerpen und Bochum. Alle fünf Standorte befinden sich im Wettbewerb um die Fertigung des neuen Astra-Modells ab dem Jahr 2010. Geht ein Werk leer aus, dürfte dies gleichbedeutend sein mit der Schließung.

Das vom Mutterkonzern General Motors auf den Weg gebrachte "Bewerbungsverfahren" hat einen Nervenkrieg unter den Arbeitnehmern ausgelöst. Schließlich steht viel für sie auf dem Spiel. "Wenn sich ein Werk einzeln bewirbt, ist die Solidarität dahin", sagt Einenkel.

Die Belegschaften sollen Einschnitte akzeptieren, um den Zuschlag für den Astra zu erhalten. So will das Management zum Beispiel längere Arbeitszeiten - 37,5 statt 35 Stunden pro Woche - und eine Kürzung des Urlaubs durchsetzen. Fast jeden Tag, erzählt Einenkel, rufe ein Vorstand oder der Werksdirektor an und berichte von "Bewegung" an den Konkurrenz-Standorten. Und immer wieder stellt sich die Frage: Wann bewirbt sich Bochum? Die nächste Frist läuft am Sonntag ab. Einenkel wird sie - in Absprache mit den übrigen Betriebsräten - verstreichen lassen.

"Kein Werk darf geschlossen werden", fordert der Betriebsrat - wohl wissend, dass er gerade einen frommen Wunsch formuliert. "Wenn Bochum kein neues Modell ab 2010 erhält, gehen in dem Werk die Lichter aus", warnt Einenkel eindringlich. "Und ein Aus für das Werk ist das Todesurteil für die Region. Der soziale Sprengstoff ist enorm." Der Betriebsrat verweist auf die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit in der Stadt. "Zirka 30 000 Arbeitsplätze hängen am Bochumer Werk", sagt Einenkel - und meint damit nicht nur die 6700 Opelaner, sondern auch die Automobilzulieferer sowie die Bäcker, Handwerker und Gastronomen in der Region.

"Es gibt ja keine Ersatzarbeitsplätze", klagt Einenkel. "Umso brutaler wäre es, wenn das Werk schließen müsste. Alle Beschäftigten wissen: Die Luft auf dem Arbeitsmarkt ist sehr dünn."

Opel hat in den vergangenen Monaten ohnehin hunderte Arbeitsplätze gestrichen. Aktuell sorgt sich Einenkel angesichts einer rückläufigen Produktion um den möglichen Wegfall der Nachtschicht, was den Verlust von rund 1000 Stellen bedeuten könnte. Als Alternative dazu ist die Einführung einer Vier-Tage-Woche im Gespräch - in allen drei Opel-Werken, die derzeit den Astra fertigen, also Antwerpen, Ellesmere Port und Bochum. Einenkel geht in die Offensive und schlägt vor, die Modelle Astra und Zafira für den amerikanischen Markt in Bochum zu fertigen, um das Werk besser auszulasten.

Auch diese Pläne werden bei den dreitägigen Beratungen der Betriebsräte eine Rolle spielen. Doch Einenkel macht sich keine Illusionen über Macht und Ohnmacht der Opelaner. "Ein kleines gallisches Dorf kann nicht bestehen, wenn es allein gegen einen Weltkonzern antritt."

Im Jahr 2012 könnte das Bochumer Opel-Werk übrigens seinen 50. Geburtstag feiern."Ein Aus für das Werk ist das Todesurteil für die Region".



R. Einenkel Betriebsratschef von Opel Bochum

Opel diskutiert die 4-Tage-Woche

Betriebsratschef Rainer Einenkel im WAZ-Gespräch: Das könnte eine Alternative sein, um die mögliche Streichung einer kompletten Schicht mit tausend Arbeitsplätzen zu vermeiden

Bei Opel wird jetzt über die Einführung der 4-Tage-Woche in den drei Astra-Werken Bochum, Antwerpen und Ellesmere Port (England) gesprochen. Rainer Einenkel, Betriebsratschef von Opel Bochum, erklärte dazu am Sonntag im WAZ-Gespräch: "Darüber wird jetzt ganz offen diskutiert. So könnte vermieden werden, dass eventuell im nächsten Jahr eine komplette Schicht mit tausend Arbeitsplätzen in einem der Astra-Werke gestrichen wird."

Schon vor Tagen hatte Einenkel erklärt, dass der Wegfall einer Schicht schon im nächsten Jahr drohen könnte. Der Betriebsrat hatte sich das angesichts des anvisierten Produktionsrückgangs in 2007 ausgerechnet. Einenkel: "In diesem Jahr haben wir mit den Marken Astra und Zafira in den Opelwerken eine Gesamtauslastung von 730 000 Autos." Doch beim Lebenszyklus eines Modells sinke bekanntlich die Nachfrage in den späteren Jahren. Deshalb werde Opel nächstes Jahr 120 000 Astra- und Zafira-Wagen weniger bauen. Aus diesem Grund sei bereits im Sommer eine Schicht in Ellesmere Port stillgelegt worden, was 40 000 Autos weniger bedeutet.

In den Bochumer Werken war man in den 90er Jahren Opfer dieser Volumens-Bereinigung geworden. Damals war die Nachtschicht vorübergehend stillgelegt worden.

Sollte es bei Opel zur Einführung der 4-Tage-Woche kommen, könne man hier das beträchtliche Zeitguthaben abbauen: "Doch das Zeitpolster wird irgendwann aufgebraucht sein, dann geht man ins Zeitminus." Sollte stattdessen doch eine Schicht kippen, was das GM-Management allerdings heftig dementiert, bliebe das Bochumer Werk davon verschont, weil Zusicherungen im "Zukunftsvertrag" dies bis 2010 ausschließen.

Das Dementi der GM-Gewaltigen hält Einenkel nicht für zwingend: "Das hatten wir schon einmal in diesem Jahr. Erst wurde dementiert und dann die Schicht in England geschlossen." Überrascht hat der Betriebsrat registriert, dass die Entscheidung, wo der nächste Astra gebaut werden soll, erst Ende 2007 fallen soll und nicht, wie bisher zugesichert, im ersten Quartal 2007.

Vom 1. September auf den 15. Oktober 2006 hat GM die Frist für fünf Werke verschoben, die sich intern um den Astra-Zuschlag bewerben sollen. Doch die Betriebsräte unterlaufen die Bewerbung. Stattdessen pochen sie auf einen europäischen Rahmenvertrag, der das Bestehen aller fünf Werke garantiert, ebenso den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.
WAZ v. 02.10.2006



Verkauf von Opel-Grundstücken Leerstand: Um 35 000 Quadratmeter vor dem eigentlichen Betriebsgelände des Werkes I geht es in den Gesprächen zwischen Opel und der städtischen Wirtschaftsförderung. Dort war einmal die Betriebskrankenkasse untergebracht. Foto: WAZ, Michael Korte

Opel gibt große Flächen auf

Roland Mitschke (CDU), Vorsitzender des Ratsausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Grundstücke fordert von der Verwaltung "schnellstens" Planungen für das frei werdende Gelände. Gespräche haben begonnen.

Opel wird demnächst in Bochum am Werk I und am Werk II große Flächen aufgeben, die nach der Umstrukturierung nicht mehr gebraucht werden. Zum wiederholten Mal hat Roland Mitschke (CDU), Vorsitzender des Ratsausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Grundstücke von der Verwaltung "schnellstens" Planungen für das frei werdende Gelände angemahnt. Derzeit befindert sich die Stadt mit Opel in Verkaufsgesprächen über Flächen an der Dannenbaumstraße am Werk I in Laer.

Dort geht es um insgesamt rund 35 000 Quadratmeter, die Opel gern an die Stadt verkaufen möchte. Es ist ein Grundstück vor dem eigentlichen Werksgelände. Früher befand sich dort u.a. die Betriebskrankenkasse des Autobauers. Die städtische Wirtschaftsförderung wird, wenn es zu dem Geschäft kommt, die Fläche höchstwahrscheinlich für gewerbliche Nutzung vorsehen, da eine Wohnbebauung so nah am Werksgelände höchst unattraktiv sein dürfte.

Roland Mitschke rechnet damit, dass Opel insgesamt rund 55 Hektar Gewerbe- und Industriefläche an die Stadt abgeben will - "und zwar unabhängig von der Astra-Entscheidung". Diese große Flächenzahl kommt nach WAZ-Recherchen dann zustande, wenn es um weitere Areale geht, die Opel im Werk II aufgeben will. Dort sind bereits ausgelagerte Bereiche (Technologie-Dienstleister TCM, Caterpillar) angesiedelt.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses sieht durch die Abgabe großer Opel-Flächen eine "gewaltige Aufgabe" auf die Stadt zukommen. Es müsse erwartet werden, "dass hierfür schnellstens Planungen entwickelt werden". Mitschke: "Sie müssten eigentlich schon in den Rathausschubladen verfügbar sein." Der CDU-Politiker regt auch an, rechtzeitig Nutzungskonzepte für die Alt-Industriegelände für die finanzielle Förderung durch die EU anzumelden.

29.09.2006 Von Werner Conrad/WAZ Bochum



Bei Opel herrscht Druck

Bis Ende August sollen fünf Astra-Werke, darunter Bochum, sich firmenintern um den Zuschlag für den nächsten Astra bewerben

Der Druck bei Opel nimmt wieder zu. Bis Ende August sollen fünf Astra-Werke in Europa, darunter auch Bochum, sich firmenintern um den Zuschlag für den Bau des nächsten Astra ab 2010 bewerben. Anfang 2007 soll die Entscheidung bei General Motors Europa dazu fallen. Ein oder zwei Werke, befürchtet der Bochumer Betriebsrat, könnten dabei leer ausgehen und deshalb unter die Räder kommen. Ihnen drohe die Schließung.

Die Frist bis Ende August hält Betriebsratschef Rainer Einenkel für viel zu knapp: "So ein schwerwiegendes Paket sollte man nicht in einer Nacht- und Nebelaktion entscheiden," meinte er im Gespräch mit der WAZ.

Denn für die Bewerbung um den nächsten Astra-Bau (Arbeitstitel Delta II) hat das Management die Latte hoch gehängt. Man erwartet erhebliche Zugeständnisse. Darunter die Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohn- oder Zeitausgleich von 35 auf 38 Stunden pro Woche, flexible Werksferien, Einsatz von bis zu 15 Prozent Leiharbeitern, Absenkung des Weihnachtsgeldes von bisher 70 auf 55 Prozent, Streichung von übertariflichen Zulagen und die Reduzierung des Tarifurlaubs.

Außerdem sollen etliche Tätigkeiten wie Cockpit, Auspuff, Türen und einzelne Pressteile ausgelagert werden. Der Anforderungskatalog gilt für alle fünf Werke. Es handelt sich um die Standorte Bochum, Antwerpen, Ellesmere Port (England), Gliwice (Gleiwitz) und Trollhättan (Schweden). Die fünf Werke haben zur Zeit eine Produktionskapazität von 1,1 Mio Autos jährlich. Das Volumen für das neue Astra-Modell wird auf höchstens 750 000 Einheiten geschätzt. Am 24. August wird der Bochumer Betriebsrat mit den Kollegen der anderen vier Werke das weitere Vorgehen beraten.
WAZ-Online v. 18.08.2006



Erhebliche Einschnitte

2500 Stellen beim Opel-Werk Bochum bedroht

München/Bochum (rpo). Am Opel-Standort Bochum könnten 2500 Stellen verloren gehen. Angesichts dessen sind Werksleitung und Betriebsrat offenbar zu größeren Zugeständnissen bereit. Die Regelarbeitszeit soll einem Zeitungsbericht zufolge von 35 auf 38 Stunden steigen, das Weihnachtsgeld um 20 Prozent sinken.

Dem Opel-Standort Bochum drohen offenbar harte Einschnitte und ein massiver Stellenabbau. Die Werksleitung müsse sich bis zum 1. September zusammen mit vier weiteren Standorten - Antwerpen in Belgien, Ellesmere Port in England, Trollhättan in Schweden und Gliwice in Polen - um den Bau des neuen Opel Astra bewerben, heißt es in einem am Dienstag in München vorab veröffentlichten Bericht des Wirtschaftsmagazins "Focus-Money" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Während der aktuelle Astra in vier dieser fünf Fabriken produziert werde, solle das Nachfolgemodell ab 2009 lediglich an zwei Standorten gefertigt werden. Würde Bochum den Astra verlieren, wäre ein Stellenabbau wohl unausweichlich, so "Focus-Money".

An der Ruhr seien 2005 knapp 244 000 Fahrzeuge vom Band gelaufen - ein Drittel davon Astra. Demnach seien rund 2500 Arbeitsplätze bedroht. Zusätzlich zu den Zugeständnissen von Werksleitung und Betriebsrat sei geplant, einzelne Abteilungen - wie etwa die Logistiksparte - auszulagern. RP-Online v. 30.08.2006



Bei Opel beginnt die heiße Phase

Im Wettbewerb der fünf europäischen Werke um die Produktion des neuen Astra-Modells läuft die Zeit.

Betriebsratschef Rainer Einenkel spricht von einem Überlebenskampf für den Standort Bochum

Bochum. "Es geht ums Überleben", sagt Rainer Einenkel, der Betriebsratschef des Bochumer Opel-Werks. Bis zu zwei europäischen Werken der Konzernmutter General Motors (GM) drohe ab dem Jahr 2010 die Schließung. Hintergrund: Wenn das neue Modell Astra kommt, so lauten die Planungen, wird die Produktion deutlich geringer ausfallen. Derzeit fertigen fünf Werke in Europa jährlich 1,1 Millionen Autos. Das Volumen für den neuen Astra hingegen wird auf 700 000 bis 750 000 Autos geschätzt. "Nach ihren eigenen Rechnungen benötigt GM nur noch drei bis vier Astra-Werke", rechnet Einenkel im WAZ-Gespräch vor. "Mit dem neuen Astra entscheidet sich unsere Zukunft."

Der Kampf ums Überleben des Bochumer Opel-Werks mit rund 7000 Beschäftigten geht in die entscheidende Phase. Die Konzernführung verlangt erhebliche Einsparungen in den Werken, die ab dem Jahr 2010 den Astra fertigen. Es läuft ein konzerninternes "Bewerbungsverfahren", an dem sich die Standorte Bochum, Antwerpen (Belgien), Ellesmere Port (Großbritannien), Gliwice (Polen) und Trollhättan (Schweden) beteiligen. Schon bis Ende des Monats, so plane es das Management, sollen die "Bewerbungsunterlagen" der jeweiligen Opel-Werke in der europäischen Konzernzentrale in Zürich vorliegen. Spätestens im Frühjahr nächsten Jahres will die GM-Spitze dann über die künftigen Astra-Standorte entscheiden. "Der jeztige Zeitplan ist für uns nicht nachvollziehbar und nicht umsetzbar", sagt Einenkel. "Wir benötigen mehr Zeit. Schließlich geht es ums Überleben eines ganzen Werkes."

Der Bewerbungskatalog ist für alle fünf Werke einheitlich. Unterschiede zwischen dem Standort Deutschland oder Polen gibt es nicht. Demnach soll sich in Bochum die Wochenarbeitszeit von 35 auf 38 Stunden verlängern. Flexiblere Werksferien - also auch zu Ostern oder im Herbst - sind ebenso geplant wie eine Kürzung des Weihnachtsgeldes von 70 Prozent auf 55 Prozent sowie die Streichung von zwei Urlaubstagen. Der Einsatz von Leiharbeitern soll deutlich erhöht werden. Außerdem verlangt das Management die Auslagerung von bestimmten Tätigkeiten, etwa im Bereich Logistik oder bei der Auspuff- oder Cockpit-Fertigung. Einenkel spricht von einem "Horrorkatalog" und sagt: "Das ist für uns so nicht akzeptabel." So sei die Abschaffung der 35-Stunden-Woche mit dem Betriebsrat "nicht zu machen".

Schon am 24. August treffen sich die Betriebsräte der fünf europäischen Opel-Werke in Frankfurt, um über ihr Vorgehen zu beraten. Man wolle verhindern, dass ein Standort gegen den anderen ausgespielt werde, betont Einenkel. Er ließ offen, ob die Betriebsräte womöglich die Frist des Managements bis Ende dieses Monats verstreichen lassen. "Wir verhandeln erst dann", sagt er, "wenn wir nicht mehr an Verhandlungen vorbeikommen".

GM-Europachef Carl-Peter Forster hatte zuletzt den Standort Bochum ausdrücklich gelobt und von "fundamentalen Produktivitätsfortschritten" gesprochen. Während das Werk früher bei Qualität und Produktivität stets auf hinteren Plätzen rangiert habe, sei das jetzt völlig anders. Betriebsratschef Einenkel verweist allerdings auch auf andere GM-Manager, "die alle europäischen GM-Werke in Frage stellen" und so die Belegschaften verunsichern. "In den letzten Wochen ist die Sicherheit für unsere Standorte nicht größer geworden."
WAZ-Online v. 18.08.2006



Opel: "Kunden mit gutem Service überzeugen"

Technische Kompetenz als überzeugendes Argument

Das Wort Kundenbindung benutzt Todd Gaffner ungern. Der Direktor Service bei der Adam Opel GmbH spricht viel lieber darüber, "Kunden mit gutem Service zu überzeugen". Vor gut einem Jahr hat Gaffner das Amt von Imelda Wander-Labbé übernommen, die nun als Direktorin Verkauf und Marketing für GM Europe arbeitet.

Hauptaufgabe von Gaffner ist es, das Opel-Servicenetz mit speziellen Programmen und Dienstleistungen zu unterstützen. Neben einem effektiveren Vertrieb von Ersatzteilen stehen eine optimierte Händler-EDV und die Abgrenzung zum freien Markt ganz oben auf der Agenda. "Wir stehen im Wettbewerb zu den Franchise-Ketten. Unsere Servicepartner können den Opel-Kunden aber das bessere Angebot unterbreiten", zeigt sich Gaffner überzeugt.

Mit dem Programm "Opel-Service – original günstig" könne sich der Opel-Partner wettbewerbsfähig positionieren. "Es ist unsere tägliche Aufgabe zu beweisen, dass wir im klassischen Verschleiß- und Wartungsgeschäft gegenüber den Franchise-Ketten alle Opel-Fahrer überzeugen", so der Servicechef: "Neben den Originalteilen ist in unserem Servicenetz vor allem die technische Kompetenz der Servicemitarbeiter durch die ständigen Trainings das überzeugendste Argument."
Quelle: http://www.kfzbetrieb.de/news/kb_beitrag_4727940.html



Gewerkschaften einig gegen GM

Aus dem geplanten Ausspielen der europäischen Standorte des US-Autokonzerns wird vorerst nichts. Beschäftigte fordern ein gemeinsames Rahmenabkommen

STOCKHOLM taz

General Motors hat sich in Europa eine Niederlage eingehandelt - bei den eigenen Leuten. Hintergrund ist die Auftragsvergabe für den Bau des neuen Astra-Modells. Die Detroiter Zentrale hatte die Werke in Bochum, Antwerpen, Gliwice, Ellesmere Port und Trollshättan zu einem Wettbewerb aufgerufen.

Bis zum 1. Juni sollten die jeweiligen Gewerkschaften und Betriebsräte Angebote machen. Die aber wollten sich nicht gegeneinander ausspielen lassen und haben sich nun auf eine gemeinsame Strategie geeinigt.

Bei einem Treffen bei Saab im schwedischen Trollshättan beschlossen sie in dieser Woche, keine lokalen Angebote zu machen und keine Einzelverhandlungen zu beginnen, bis GM eine Bestands- und Arbeitsplatzgarantie für alle abgegeben habe.

Bislang einzige Reaktion des Managements: GM verlängerte die Frist für den Wettbewerb bis zum 1. September. Vertreter von GM Europe waren ebenfalls nach Trollshättan eingeladen worden, hatten aber nicht auf die Einladung reagiert. "Es wird ein Treffen geben, aber es ist unklar, wann", sagte Saab-Pressechef Christer Nilsson.

Schon beim Ausloben des Wettbewerbs hatte GM klar gemacht, was unter "Angebote" zu verstehen ist: flexible Arbeitszeiten, unbezahlte Überstunden, Arbeitspausen nach Gutdünken der Werksleitung sowie die Möglichkeit, den Sommerurlaub auf ein bis zwei Wochen zu beschränken. Zudem sollten 15 Prozent der Beschäftigten ohne Festanstellung nur bei Produktionsspitzen eingesetzt werden. REINHARD WOLFF

taz vom 26.5.2006, S. 8, 51 Z. (TAZ-Bericht), REINHARD WOLFF

http://www.taz.de/pt/2006/05/26/a0106.1/text







Exklusiv

Opel-Werk Bochum: Produktivität stark verbessert

Das Opel-Werk in Bochum steht nach einer neuen Expertenberechnung deutlich besser da als bisher angenommen. "Die Produktivität hat sich sehr positiv entwickelt", sagte Prof. Ludger Pries von der Ruhr-Universität Bochum der WAZ.

Die Montagekosten pro Pkw betragen in Bochum 1030 Euro, in Antwerpen 1000 und in Ellesmere Port 1090 Euro, so Pries. Er beruft sich u.a. auf interne Unterlagen von General Motors (GM). In der Qualität liege Bochum "sehr gut": Der Anteil jener montierten Fahrzeuge, die ohne Nacharbeit alle Qualitätskontrollen bestehen ("Direktläufer"), betrage 86 Prozent.

(WAZ-Online v. 02. Mai 2006)







Opel-Mutter GM prüft Export von Opel-Modellen in die USA

Die Opel-Mutter General Motors prüft den Export von in Deutschland gefertigten Autos in die USA. GM denke darüber nach, in Zukunft fast baugleiche Modelle für die Marken Opel und die US-Tochter Saturn zu produzieren, sagte GM-Vize Robert Lutz der Branchenzeitschrift "Automotive News Europe". "Sicher ist das etwas, das wir ernsthaft in Betracht ziehen." Einen Zeitplan nannte der Manager allerdings nicht. Laut Lutz könnten die Fahrzeuge sowohl in Europa als auch in Nordamerika produziert und in beide Richtungen exportiert werden./mf/hi

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2006-04/artikel-6295693.asp






Opel-Betriebsrat greift Konzernführung an GM-Arbeitnehmer wollen mit Solidarpakt drohende Werksschließung verhindern

Das Ringen um die europäischen Standorte des Autoherstellers General Motors (GM) geht weiter. So versucht Opel-Betriebsratschef Klaus Franz, der auch Vorsitzender des Europäischen GM-Arbeitnehmerforums ist, mit einem in der Unternehmensgeschichte einzigartigen Solidarpakt eine drohende Werksschließung zu verhindern.

"Die Gefahr einer Werksschließung ist vorhanden", sagte Franz der "Welt am Sonntag". Mit einer Allianz aller europäischen Betriebsräte wolle er GM bremsen. "Ich will erreichen, daß uns der Konzern nicht mehr länger gegeneinander ausspielt."

Am Wochenende will Franz den Betriebsrat des GM-Werkes in Gliwice (Polen) auf den neuen Zusammenhalt einschwören. Am Donnerstag ist ein Treffen aller Betriebsratschefs der europäischen GM-Werke in Frankfurt geplant.

Durch die Verlagerung von Produktionskapazitäten von West- nach Osteuropa seien Tausende Arbeitsplätze bedroht. "Wir werden uns deshalb an die EU-Kommission wenden und dafür werben, daß die osteuropäischen Standorte weniger als bislang unterstützt werden", so Franz. "Die östlichen Länder bekommen Finanzspritzen. Gleichzeitig werben sie mit Steuervorteilen, was uns schadet."

Unterdessen erfuhr die "Welt am Sonntag" aus Kreisen der Opel-Geschäftsführung, daß das Opel-Werk Bochum von der Schließung bedroht ist. Bislang gibt es eine Standortgarantie bis zum Jahr 2010. "Das Bochumer Werk ist sehr alt", sagte ein hochrangiger Opel-Manager. "Es gibt noch keine Entscheidung. Aber die Gefahr, daß wir es schließen, ist ganz klar da." Ulrich Reitz

Artikel erschienen am 23. April 2006
http://www.wams.de/data/2006/04/23/877478.html







Wachablösung in der Bochumer Werkskommunikation

Andreas Kroemer neuer Ansprechpartner für die Medien



Bochum / Rüsselsheim. Journalisten, die sich über das Werk Bochum informieren wollen, haben einen neuen Ansprechpartner: Ab sofort ist Andreas Kroemer (53) für die externe Kommunikation des Standorts zuständig. Kroemer tritt die Nachfolge von Andreas Graf Praschma an, der mit Erreichen des sechzigsten Lebensjahres das Unternehmen nach verdienstvollen Jahren auf eigenen Wunsch verlässt.

Andreas Graf Praschma war seit 1988 für die Medienkontakte am Standort Bochum zuständig. Der Journalist, der bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) volontierte und dort viele Jahre als Redakteur arbeitete, kam zunächst als freier Mitarbeiter zu Opel, bevor er im Jahr 1995 zum fest angestellten Werks-Pressesprecher wurde. Im Jahr 2005 wurde seine Zuständigkeit erweitert und er betreute – wie jetzt auch Kroemer - von Rüsselsheim aus die gesamte Produktionsstätten-Kommunikation. Andreas Kroemer ist erreichbar unter der 06142 77 7340 (Telefon) und 06142 77 8353 (Fax) sowie unter der e-mail-Adresse andreas.kroemer@de.opel.com.

Werksleiter Uwe Fechtner : „Mit Andreas Graf Praschma verabschieden wir einen Kollegen, der das Unternehmen und den Standort Bochum stets exzellent repräsentiert hat – nicht nur gegenüber Journalisten, sondern auch in der regionalen Öffentlichkeit. Unsere besten Wünsche begleiten ihn„.



Bochum: BAQ ein Jahr alt

Die Beschäftigungsgesellschaft BAQ für ausgeschiedene Mitarbeiter des Bochumer Opelwerks besteht heute seit einem Jahr.

Bislang haben offenbar nur wenige ehemalige Opelarbeiter eine neue Beschäftigung gefunden, so Angaben der Arbeitsverwaltung. Genaue Zahlen wollte die BAQ bislang nicht nennen.
Noch immer ist der Arbeitsplatzabbau bei Opel nicht abgeschlossen.

In diesem Jahr sollen weitere 1.000 Mitarbeiter gegen eine Abfindung das Werk verlassen. Fast die Hälfte der Freiwilligen fehlt nach Opel-Angaben noch.
http://www.wdr.de/studio/essen/nachrichten/index.jhtml#TP1065821



"Forster, wir sind kampfbereit"

"Wettbewerbsfähige Hungerlöhne für Manager-Milliarden". "Metaller und Verdi, gemeinsam wie in Frankreich": Mit solchen Transparent-Aufschriften streikte Lagerhalter Rainer Weinmann mit seinen Kollegen vor dem Opelwerk 1.

Opelaner machten eine Stunde eher Feierabend, um für fünf Prozent mehr Lohn und einen Tarifvertrag über vermögenswirksame Leistungen zu streiken. Warnschuss auch für den General-Motors-Vorstand

"Die Arbeitgeber dachten wohl, wir machen Spaß", schimpft IG-Metall-Sekretär Volker Strehl in das Megafon. Wie ernst es der Gewerkschaft allerdings mit ihren Forderungen im Tarifstreit ist, zeigte gestern der Warnstreik am Opel-Werk 1.

13 Uhr. Eine Stunde früher als sonst machen die 3500 Opelaner Feierabend. Obwohl davon nur 150 mit Trillerpfeife und Transparenten vor das Werkstor ziehen, erreicht die Gewerkschaft ihr Ziel: Die Produktion steht für eine Stunde still. Die Zeit, in der sonst 55 Autos und jede Menge Teile für andere Werke gefertigt werden. "Das muss den Arbeitgebern ja auch richtig weh tun", meint Opel-Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel und fordert: "Arbeitgeber bewegt euch! Wenn´s bis Ostern keine Bewegung gibt, rufen wir die Belegschaft zur Urabstimmung auf. Dann wird es ganz sicher Streik geben".

Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie fordert die Gewerkschaft fünf Prozent mehr Geld, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 37 Euro, einen Tarifvertrag über vermögenswirksame Leistungen und Qualifizierungsmaßnahmen. "Doch was die Gegenseite anbietet, ist eine regelrechte Provokation", sagt Einenkel: Neueinstellungen wären demnach nur durch "Umsonstarbeit" der bisherigen Arbeitnehmer möglich. Lohnerhöhungen gäbe es nur abhängig davon, ob es einem Betrieb gut oder schlecht geht.

Berufliche Weiterbildung werde rigoros abgelehnt und als Aufgabe jedes Einzelnen abgetan. Auszubildende sollen nur im noch Ausnahmefall übernommen werden und auf eine Lohnerhöhung verzichten. "Dabei wollen wir gar nicht die fünf Prozent mehr fürs Portemonnaie, sondern zum Ausgeben. Nur so kann schließlich die Konjunktur angekurbelt werden", so Strehl.

Für die Opelaner sei dieser Warnstreik sowieso mehr als die Forderung nach mehr Geld, nämlich ein Signal an Carl-Peter Forster, Chef von General Motors Europa. "Forster, wir sind kampfbereit", bekräftigt Einenkel. Schließlich informiert der Vorstand am Freitag in Rüsselsheim über die Zukunft der "Delta-Werke" - die fünf Werke, die den Astra produzieren. Thema soll auch der Standort sein, der eine Schicht verlieren soll. "Intern ist die Entscheidung schon gefallen, aber die werden es bestimmt noch nicht sagen", schätzt Einenkel.

04.04.2006 Foto: WAZ, Ingo OttoVon Bianca Braunschweig



GM erwägt Fertigung des neuen Opel-Astra in Trollhättan

12.03.2006

München (ddp). Der US-Autokonzern General Motors (GM) erwägt, die Fertigung des Astra-Nachfolgers seiner deutschen Tochter Opel im schwedischen Trollhättan anzusiedeln. "Auch Saab hat gute Chancen für die Fertigung der nächsten Astra-Generation", sagte GM-Europachef Carl-Peter Forster der "Automobilwoche". Das Werk Trollhättan mit rund 5000 Mitarbeitern sei "superproduktiv" und habe zudem ein eigenes Presswerk und eine neue Lackiererei.

Die Entscheidung, wo das Modell ab 2010 produziert wird, soll dem Bericht zufolge spätestens Anfang 2007 fallen und könne zur Schließung eines der drei heutigen Astra-Werke führen. Besonders gefährdet sei aufgrund seiner Kostenstrukturen das kleinste Astra-Werk in Bochum, wo 2005 rund 71 300 Astra und 173 000 Zafira-Kompaktvans vom Band liefen. In Antwerpen produzierte Opel 253 000 und im britischen Ellesmere Port 189 000 Astra.

Nach Angaben von Saab-Markenchef Jan-Ake Jonsson ist die Fabrik in Trollhättan derzeit nur zu zwei Dritteln ausgelastet. Im Vergleich zu deutschen Werken fertige das schwedische Werk rund 25 Prozent billiger. 2005 sei die Produktivität bereits um 15 Prozent gestiegen. "Und 2006 wollen wir nochmals zweistellig zulegen", sagte Jonsson der Branchenzeitung.

Opel-Chef Hans Demant hatte kürzlich gesagt, der angeschlagene US-Mutterkonzern denke über die Schließung eines Opel-Werks nach, da zum Modellwechsel des Astra möglicherweise nur drei der bisher vier Produktionsstätten benötigt würden. Im vergangenen Jahr hatte GM bei seinen europäischen Tochtergesellschaften 12 000 Arbeitsplätze gestrichen, davon allein 10 000 bei Opel.

ddp.djn/pon/uge

http://www.business-wissen.de/de/aktuell/akt26641.html



400 Kandidaten ringen um 35 Sitze bei Opel

Eine hohe Wahlbeteiligung zeichnete sich bei den Bochumer Opelwerken ab, wo sich rund 400 Kandidaten um die 35 Betriebsratssitze bewarben. Heute wird ausgezählt und das Ergebnis bekannt gegeben.

Hohe Beteiligung bei den Betriebsratswahlen in allen drei Werken. Heute wird ausgezählt. 7 800 Beschäftigte haben die Auswahl zwischen zwölf Listen. Die Variante Personenwahl war im Vorfeld gescheitert

Rund 7800 Beschäftigte aller drei Schichten waren am Donnerstag in den Opelwerken zu den Betriebsratswahlen aufgerufen worden. Eine hohe Wahlbeteiligung zeichne sich ab, erklärte Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel. Sechs Wahlbüros waren eingerichtet, darunter auch in der Kantine und im Presswerk. Heute werden die Stimmen ausgezählt und das Ergebnis bekannt gegeben. Zur Wahl um die 35 Betriebsratssitze stellten sich rund 400 Kandidaten, verteilt auf zwölf Listen. Der Versuch, statt der Listenwahl eine Personenwahl durchzuführen, sei leider gescheitert, sagte Einenkel. Er ist Spitzenkandidat der Liste "Wir - gemeinsame Liste", die bisher 25 Betriebsräte stellte. Wegen des Personalabbaus bei Opel wird der neue Betriebsrat zwei Mandate weniger haben als bisher. Der "alte" Betriebsrat ist noch bis Mai im Amt. So gibt es etwa am 6. und 7. April ein Treffen mit GM- und Opel-Managern in Rüsselsheim, um Klartext zum Thema "drohender Wegfall einer Schicht" zu reden.

WAZ v. 09.03.2006







HIOBSBOTSCHAFT

Opel droht mit Werksschließung


Trotz erster Sanierungs-Erfolge denkt der US-Autobauer General Motors über weitere Einschnitte im Europageschäft nach. Auch Werksschließungen kommen in Betracht. Betroffen könnte der Opel-Standort in Bochum sein.

London/Genf/Hamburg - Opel-Chef Hans Demant erklärte, General Motors habe im vergangenen Jahr mit 12.000 Stellen nicht genügend Personal abgebaut. Der "Financial Times" sagte Demant, wahrscheinlich sei der Einschnitt mit der Streichung von einem Fünftel aller Arbeitsplätze des Konzerns in Europa aus Angst vor Streiks nicht tief genug gegangen.
Demant deutete zugleich die Schließung eines Opel-Werkes an. Zum Modellwechsel des Astra seien möglicherweise nur drei der bisher vier Produktionsstätten erforderlich, so dass ein Werk geschlossen werden könnte. Gegenwärtig läuft der Astra in Bochum, im britischen Ellesmere Port, im belgischen Antwerpen und im polnischen Gliwice vom Band. GM-Europachef Carl-Peter Forster sagte der Zeitung, eine Entscheidung über die benötigten Werke falle erst später im laufenden Jahr und hänge von einem internen Wettbewerb ab.

Arbeitnehmervertreter reagierten bestürzt. Erst vor zwei Wochen hatte der Opel-Betriebsrat von Management-Plänen zur Streichung einer kompletten Astra-Schicht berichtet und vor dem Verlust von 1000 Arbeitsplätzen gewarnt. "Demants Aussagen bestätigen leider unsere Befürchtungen. Wir brauchen den neuen Astra, sonst gehen hier die Lichter aus", sagte Rainer Einenkel, Arbeitnehmervertreter im Bochumer Werk, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Einenkel sieht sogar fünf Standorte in Europa bedroht. Demnach braucht auch das Saab-Werk im schwedischen Trollhättan die Astra-Nachfolgeproduktion, um die Auslastung zu erhöhen und das eigene Überleben zu sichern. Der Betriebsrat fordert von GM mehr Aufträge, um die Existenz aller Fabriken zu sichern. So soll der US-Konzern verstärkt Autos der Marke Chevrolet in Europa bauen. "Vor allem sollte GM keine neuen Werke kaufen oder bauen", warnte Einenkel.

Opels neue Sportwagen
Dabei hatte sich Demant auf dem Automobilsalon in Genf erst gestern zufrieden mit den europäischen Aktivitäten gezeigt. Der Februar-Absatz habe sich ordentlich entwickelt, sagte der Manager. Wichtiger als der Blick auf die Marktanteile sei es aber, Qualität und Akzeptanz der Marke ständig zu erhöhen. Mit der Einführung von Chevrolet als GM-Einstiegsmarke in Europa habe sich Opel beim Kunden höher positionieren können. Demant kündigte an, dass die beiden Marken künftig noch enger kooperieren werden.

Opel präsentierte in Genf als Weltpremiere einen neuen zweisitzigen Sportwagen, der den traditionsreichen Namen GT wieder aufleben lässt. Der offene Roadster, dessen Name an das Erfolgsmodell aus den siebziger Jahren erinnert, verfügt über einen Heckantrieb und einen 260 PS starken Turbomotor, der auf Tempo 240 beschleunigt. Der neue Sportwagen, der eng mit amerikanischen General-Motors-Modellen von Pontiac und Saturn verwandt ist, löst den Speedster ab und kommt im Frühjahr 2007 auf den Markt. Er wird nach Opel-Angaben unter 30.000 Euro kosten.

Große Hoffnung setzen die Rüsselsheimer zudem in den Geländewagen Antara, der in der zweiten Jahreshälfte zu den Händlern kommt. Damit werde eine Lücke im Produktportfolio geschlossen, sagte Demant. Ein konkretes Absatzziel für den Antara nannte er nicht. Der Frontera-Nachfolger solle ein "deutliches Volumen" erreichen.

suc/ddp/Reuters/dpa



Opel führt betriebliche Altersversorgung wieder ein
21.02.2006


Rüsselsheim (AP) Der Autohersteller Opel führt die 1997 abgeschaffte betriebliche Altersversorgung wieder ein. Wie das Unternehmen am Dienstag berichtete, kommen durch die Neuregelung 4.500 Mitarbeiter zusätzlich in den Genuss einer Betriebsrente. Davon arbeiteten rund 2.700 Beschäftigte an den westdeutschen Standorten sowie 1.800 Mitarbeiter im Opel-Werk Eisenach.

«Opel unterstreicht mit dieser Entscheidung die Wichtigkeit der betrieblichen Altervorsorge», sagte Arbeitsdirektor Norbert Küpper: «Dank der Neuregelung können wir jetzt wieder allen Mitarbeitern eine attraktive und solide Zusatzversorgung anbieten.» Der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz, sagte, das Unternehmen werde für die neue Betriebsrente einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand nehmen.
Geschäftsleitung und Betriebsrat hatten mehrere Jahre über die Wiedereinführung der Betriebsrente verhandelt. Franz sagte, in Zeiten, in denen Banken und Industriebetriebe aus der betrieblichen Altersversorgung ausstiegen, sei es Opel gelungen, alle Mitarbeiter wieder hereinzunehmen. Dies sei eine hervorragende Sache. Seit 1997 hatten nur noch die bis zu diesem Zeitpunkt bereits an den westdeutschen Opel-Standorten beschäftigten Mitarbeiter Anspruch auf eine Betriebsrente. Die Mitarbeiter bei Opel in Eisenach hatten bereits seit Gründung des Werkes 1990 keinen Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung.

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Opel: Keine Drosselung von Astra-Produktion geplant

Frankfurt (Reuters) - Der Autohersteller Opel hat nach Angaben eines Sprechers keine Pläne für eine Drosselung der Produktion seines Zugpferdes Astra in Europa.

"Unser Unternehmen wird derzeit keine Produktionsschicht aus der laufenden Astra-Produktion an den Standorten Bochum, Antwerpen oder Ellesmere Port streichen", sagte ein Sprecher der deutschen Tochter von General Motors (GM) am Dienstag in Rüsselsheim. Alle drei Standorte, an denen der Astra produziert wird, seien angesichts der guten Nachfrage "zufriedenstellend" ausgelastet. "Unser Unternehmen behält sich jedoch vor, im weiter voranschreitenden Lebenszyklus des Modells die Produktionskapazität an die Kundennachfrage anzupassen", ergänzte er. Es sei aber noch keine Entscheidung gefallen. Der Astra ist seit knapp zwei Jahren auf dem Markt.

Die Dortmunder Zeitung "Ruhr Nachrichten" hatte am Dienstag unter Berufung auf den Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel berichtet, im Sommer werde eine Astra-Schicht an einem der Astra-Produktionsorte wegfallen. Betroffen wären von der im April erwarteten Entscheidung 1000 Mitarbeiter in Bochum, Antwerpen oder Ellesmere Port in Großbritannien.

Der Vorsitzende des europäischen GM-Gesamtbetriebsrates Klaus Franz sagte, falls doch eine Schicht wegfallen solle, wolle der Betriebsrat erreichen, dass dies in allen drei europäischen Astra-Werken gleichmäßig und über flexiblere Arbeitszeiten geschehe. "Ich sehe nicht, dass da Arbeitsplätze abgebaut werden sollen", ergänzte er.

ZUGPFERD ASTRA

Der Opel-Mutterkonzern GM setzt bei seinem Sanierungsplan in Europa vor allem auf neue Modellvarianten. Ein Zugpferd ist der im Frühjahr 2004 auf den Markt gebrachte überarbeitete Astra. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden im abgelaufenen Jahr mit 120.421 Fahrzeugen rund 13 Prozent mehr Astra zugelassen als ein Jahr zuvor.

GM zufolge produzierte Opel in Bochum 2004 rund 60.000 Astra. Die Ruhrgebietsstadt war damit bei weitem der kleinste Fertigungsstandort für dieses Modell. Im britischen Werk gingen rund 120.000 Astra vom Band, in Antwerpen waren es rund 230.000.

GM hatte 2005 in seinem Europa-Geschäft erneut hohe Verluste geschrieben, das Minus im Vergleich zum Vorjahr jedoch nahezu halbiert. Opel macht etwa 80 Prozent des GM-Geschäfts in Europa aus, zu dem auch die schwedische Saab und die britische Vauxhall gehören. Der weltweit größte Autokonzern weist grundsätzlich keine Einzelergebnisse seiner Töchter mehr aus. Firmenkreisen zufolge hat Opel die Gewinnschwelle 2005 fast erreicht. Die Verluste im gesamten Europa-Geschäft gehen demnach vor allem auf das Konto von Saab. GM hatte 2004 ein Sanierungsprogramm in Europa durchgesetzt, das vor allem Opel betraf.

http://de.today.reuters.com



Bei Opel drohen neue Stellenstreichungen
- Ruhr Nachrichten

DORTMUND (Dow Jones)--Bei der Adam Opel AG, Rüsselsheim, drohen weitere Stellenstreichungen. Noch im Sommer solle eine komplette Astra-Schicht an einem der drei europäischen Astra-Produktionsstandorte geschlossen werden, berichteten die Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Informationen des Bochumer Betriebsrates. Betroffen wären 1.000 Mitarbeiter in Bochum, Antwerpen oder Ellesmere Port in Großbritannien. "Eine Aufteilung auf alle drei Werke macht aus Sicht des Vorstandes wirtschaftlich keinen Sinn",sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel der Zeitung, wie die Nachrichtenagentur ddp.djn berichtet. Eine Entscheidung werde für April erwartet.

Dem Blatt zufolge sichert der Bochumer Zukunftsvertrag dem Werk drei Schichten bis Ende 2006. Dennoch habe Einenkel aus dem Vorstand Signale erhalten, nach denen man "bei einem Fehler der Bochumer" handeln werde, schrieb die Zeitung. Am Dienstag stimme die Arbeitnehmervertretung die Mitarbeiter mit einem Flugblatt auf die angespannte Situation im Konzern ein. Mit 60.000 produzierten Fahrzeugen im Jahr 2004 sei Bochum der kleinste Astra-Standort. In Ellesmere Port liefen im gleichen Zeitraum 120.000, in Antwerpen 230.000 Astra vom Band.

http://www.finanztreff.de



Opel bangt um Nachtschicht

Schon nach den Sommerferien will General Motors eine Schicht offenbar in einem der drei europäischen Astra-Werke schließen


Raue Zeiten sieht Rainer Einenkel auf Opel zukommen: Im Dezember noch befürchtete der Betriebsrat, dass die Mutterfirma GM eine Schicht in einem der drei europäischen Astra-Werke schließen könnte. Das habe sich seit letzten Freitag fast schon zur Gewissheit verdichtet, schilderte er der WAZ.

Die bedrohliche Kunde hat die Mitarbeiter auch im Werk Bochum alarmiert, denn der hiesige Standort ist einer der drei Betriebe, die den Astra produzieren. Die anderen Standorte sind Antwerpen und Ellesmere Port in England.

Einenkel rechnet damit, dass die eine Schicht, um die es geht, bereits nach den kommenden Sommerferien stillgelegt wird. Seiner Ansicht nach wird es eine Nachtschicht sein, weil die am teuersten sei. Bei Opel in Bochum werden in jeder Nachtschicht 350 Autos gefertigt, von über tausend Mitarbeitern.

Trotz der Sorge, dass schon wieder das Bochumer Werk im Fadenkreuz von GM Europe steht, stehe das Werk aber nicht völlig schutzlos da. Laut Zukunftsvertrag und einer gesonderten Vereinbarung sind betriebsbedingte Kündigungen in diesem Jahr bei Opel Bochum ausgeschlossen. Man dürfe dem Mangement allerdings keinen Grund liefern, diese Zusagen wieder auszuhebeln, sagt Einenkel.

Für das Werk, das die Nachtschicht verliere, sei dies schon ein "halbes Todesurteil". Denn dann würde die Produktion pro Wagen teurer, weil leere Hallen, die es zu unterhalten gebe, in die Kostenrechnung einfließen würden. Die akute Sorge um über tausend Arbeitsplätze fällt bei Opel mitten in die Betriebsratswahlen: Am 9. März treten zwölf Listen an.

13.02.2006 Von Rolf Hartmann
Quelle: WAZ Bochum



Kahls Kampf gegen das "Opel-Imperium"

Der unabhängige Betriebsrat Eugen Kahl streitet vor dem Darmstädter Arbeitsgericht auf Zutritt zum Rüsselsheimer Opelwerk. Das hatte ihn rausgeschmissen. Kahl fühlt sich von der IG Metall in eine Falle gelockt - weil diese Konkurrenz fürchtet.

Vor dem Arbeitsgericht in Darmstadt kämpft der unabhängige Betriebsrat Eugen Kahl heute um seine Reputation - und gegen das "Imperium Opel" (Kahl). Die Bosse der Autofabrik hatten den Russlanddeutschen der oppositionellen Betriebsratsliste "Die Unabhängigen" (AUB) Ende Januar fristlos gefeuert und ein Hausverbot gegen ihn ausgesprochen. Weil es ihm damit unmöglich sei, Wahlkampf für die Betriebsratswahlen bei Opel am 9. März zu machen, klagt Kahl jetzt auf "Zutritt zum Werk".

Jetzt kurz vor den Betriebsratswahlen liegen bei den Betriebsräten der IG Metall die Nerven blank. Sie fürchten die Konkurrenz - und den emsigen Kahl. Noch nie zuvor nämlich kandidierten so viele Arbeiter und Angestellte auf der Liste der "Unabhängigen" (AUB), rund dreißig sind es bei dieser Wahl. Erstmals gibt es auch weitere Listen bei Opel: die "Alternative Gewerkschaft" etwa und die Liste "Soziale Kompetenz". Vergeblich hatte Gesamtbetriebsratsboss Franz zuvor erklärt, dass man keine oppositionellen Listen brauche. Opposition sei man nämlich selbst - in Frontstellung zur Unternehmensführung.

TAZ v. 14.02.2006


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